What is the difference between shorts & boardshorts?

Hinter den Kulissen der neuesten Vans-Kampagne mit Ben, Dom & Cecilia. 

@benasaleks, @motelcecil, @dominykas_babikas

 

Musik und Skateboarding haben vieles gemeinsam. Bei beiden geht es um Community, Individualität und darum, seinen eigenen Weg zu finden. Und beide nehmen es mit Regeln nicht unbedingt so genau.

 

Für die neueste Vans-Kampagne standen drei Musiker mit ganz unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam vor der Kamera: die litauischen Musiker Ben und Dom sowie die in Mailand lebende Künstlerin Cecilia. Ben hat in den vergangenen 15 Jahren BA von einem Schlafzimmerprojekt zu einem der bekanntesten Alternative-Acts Litauens aufgebaut. Dom stieß als Schlagzeuger zur Band, nachdem er über Rock und Heavy Metal seine Leidenschaft für Musik entdeckt hatte. Cecilia ist in Mailands DIY- und skategeprägter Szene verwurzelt und verbindet eine visuelle und musikalische Praxis, die ebenso intuitiv wie unabhängig ist.

 

Wir haben uns mit den dreien zusammengesetzt, um darüber zu sprechen, wie alles angefangen hat, welche Szenen sie geprägt haben, warum es wichtig ist, keinen Trends hinterherzulaufen – und was passiert, wenn man drei Musiker zusammenbringt, jede Menge Wasser ins Spiel kommt und eine Kamera draufhält.
 

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Fangen wir ganz vorne an – wer seid ihr, woher kommt ihr und was macht ihr?

 

Cecilia: Ich heiße Cecilia, bin 23 Jahre alt und in Mailand geboren und aufgewachsen. Ich arbeite als Videomacherin, mache aber auch Musik. Ich glaube, alles, was ich tue, folgt demselben Ansatz: Collagen, unterschiedliche Dinge zusammenbringen und dabei eine DIY-Mentalität leben.

 

Dom: Ich bin Dominykas Babikas und komme aus Vilnius in Litauen. Ich bin Schlagzeuger bei BA, der Band, in der ich mit Ben spiele. Ich spiele seit der fünften Klasse Schlagzeug. Ich habe Schlagzeug studiert, in London gelebt und war etwa zwischen 18 und 25 eine Zeit lang als Session-Drummer tätig. Heute macht meine Identität im Grunde aus, Schlagzeuger bei BA zu sein. Ich bin froh, meinen musikalischen Fokus ganz auf BA richten zu können und nur gelegentlich mit anderen Bands oder Projekten zu arbeiten. Ich bringe auch sehr gerne Ideen ins Songwriting ein – das ist wahrscheinlich mein Lieblingsteil.

 

Ben: Ich bin Benas und komme ebenfalls aus Vilnius in Litauen. Ich habe BA vor etwa 15 Jahren als Solokünstler gestartet, und daraus wurde schließlich eine fünfköpfige Band. Unser 15-jähriges Jubiläum steht kurz bevor, was ziemlich verrückt ist. Ich habe auch im Radio und Fernsehen gearbeitet – eigentlich war also so ziemlich alles, was ich in den letzten 15 Jahren gemacht habe, mit Musik verbunden.

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Wo hat eure musikalische Reise begonnen?

 

Cecilia: Ich habe aus Spaß angefangen, Musik zu schreiben. Ich schrieb alberne Texte und kleine Gedichte, inspiriert von Leuten wie GG Allin und italienischen Bands wie Skiantos. Dann nahm ich eine Gitarre in die Hand und versuchte, meine Worte in Musik umzusetzen. Ich bin immer noch keine Gitarristin, aber ich fing an, mit Freunden ins Studio zu gehen und kleine Songs aufzunehmen. Für mich ging es bei Musik schon immer um Freundschaft und Ausdruck. Sie ist eine weitere Möglichkeit, mich selbst auszudrücken, und genau das gefällt mir bis heute daran.

 

Dom: Meine Eltern nahmen mich in der fünften Klasse mit zu einem Rockkonzert in Vilnius. Ich erinnere mich daran, wie ich den Schlagzeuger und die Bühne sah und einfach dachte, wie unglaublich das war. Ich begann, Schlagzeugunterricht zu nehmen, und gründete mit etwa 14 Jahren meine erste Band. Wir waren ein Trio und spielten Grunge und Indie-Rock. Wir nahmen ein paar Alben auf und spielten viele Konzerte. Ohne diese Band wäre ich heute wahrscheinlich nicht mit Ben zusammen, denn er war Fan der Band und wurde auf mich aufmerksam. So hat sich letztlich alles ganz natürlich ergeben.

 

Ben: Ich fing mit Gitarrenunterricht zusammen mit meiner Schwester an, hielt aber nicht besonders lange durch. Mein Lehrer kannte Leute in einem Musikgeschäft. Also bat ich ihn, mir eine günstige E-Gitarre zu besorgen, und sagte am nächsten Tag meinen Unterricht ab. Ich wollte meine eigene Musik machen und begann deshalb, in meinem Schlafzimmer Dinge aufzunehmen und online hochzuladen. Außerdem filmte ich viel und verbrachte viel Zeit mit älteren Musikern.

 

Schließlich gründete ich BA. Am Anfang war es mir besonders wichtig, auf Litauisch zu schreiben. In den 80er- und 90er-Jahren gab es in Litauen eine Rockszene, doch danach wandten sich viele der jüngeren Generation englischsprachiger Musik zu. Als wir anfingen, galt es nicht gerade als cool, auf Litauisch zu singen. Ich wollte litauische Texte wieder in der alternativen Musikszene etablieren. Heute ist das völlig normal und richtig populär – es gibt so viele junge Künstler, die auf Litauisch schreiben. Das ist toll zu sehen.

"Alles, was ich mache, folgt demselben Ansatz – Collagen, verschiedene Dinge zusammenbringen und diese DIY-Mentalität."


Cecilia
@motelcecil

Wie hat die Musikszene eurer jeweiligen Heimatstädte eure Musik geprägt?

 

Ben: Als wir anfingen, galt es nicht als cool, auf Litauisch zu schreiben. In der alternativen Musik hatte die Sprache irgendwie den Ruf, albern zu klingen. Das hat sich komplett verändert. Junge Menschen interessieren sich heute wirklich für lokale Künstler, und in Litauen entsteht unglaublich viel gute Musik.

 

Dom: Es hat sich enorm viel verändert. Als wir anfingen, war es ungewöhnlich, auf Litauisch zu singen. Heute sind die Menschen richtig stolz darauf. Früher fühlte es sich bei BA so an, als würden wir die Indie-Szene anführen. Inzwischen gibt es aber so viele gute Musiker und Produzenten, dass wir für Kollaborationen sogar über die Band hinausblicken.

Ich bin wirklich stolz darauf, was sich in Litauen gerade entwickelt.

 

Cecilia: Ich fühle mich der italienischen Musikszene nicht besonders verbunden. Ich schreibe auf Englisch, weil sich das für mich direkter anfühlt. Erst seit Kurzem arbeite ich mit Leuten aus der Musikbranche zusammen, deshalb finde ich noch heraus, wo mein Platz ist. Gleichzeitig fühle ich mich der jungen Kreativszene um mich herum inzwischen viel stärker verbunden.
 

"Wenn du versuchst, Trends zu folgen, bist du immer zu spät dran. Mach dein Ding, und irgendwann kommt deine Zeit."


Dominykas
@dominykas_babikas

Wie geht ihr mit dem Druck um, ständig Neues zu schaffen und euch weiterzuentwickeln?

 

Cecilia: Ich verspüre bisher eigentlich keinen Druck. Ich stehe noch ganz am Anfang, und Songwriting fühlt sich für mich ganz natürlich an. Ich habe jede Menge kleiner Songs. Ich möchte einfach mit meinen Freunden spielen, Auftrittsmöglichkeiten finden und Spaß daran haben. Ich will nicht, dass Musik zum Stressfaktor wird.

 

Dom: Ich glaube, wir erlauben uns, uns weiterzuentwickeln, und das nimmt uns einen großen Teil des Drucks. Die Band wird erst dann am Ende sein, wenn wir aufhören, Neues zu schaffen. Wenn wir versuchen würden, einen Song oder ein Album zu wiederholen, nur weil es den Leuten gefallen hat, dann würde der Druck anfangen. Vor fünf Jahren haben uns die Leute als Rockband gesehen. Heute hat sich unsere Musik stark verändert. Wir versuchen nicht, die Vergangenheit zu reproduzieren.

 

Ben: Es gab definitiv eine Phase, in der ich Druck verspürt habe, weil die Leute uns als Rockband sahen und genau das von uns erwarteten. Wenn man sich verändert, gefällt das nicht jedem. Aber das gehört dazu. Man verändert sich als Mensch, also verändert sich natürlich auch die eigene Musik. Sobald man nicht mehr das Gefühl hat, anderen etwas schuldig zu sein, wird alles leichter.

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Wie fließen euer persönlicher Stil und eure Interessen in eure Musik ein?

 

Cecilia: Ich bin in der Gegend um Milano Centrale aufgewachsen, dem wichtigsten Skateplatz in Mailand. Ich war selbst nie Skaterin, aber die Community war mir sehr wichtig. Dort kamen alle zusammen, von 15-Jährigen bis hin zu Menschen in ihren 40ern oder 50ern. Ältere Freunde haben mir Musik, Underground-Kultur und DIY nähergebracht. Das hat definitiv geprägt, wie ich kreativ denke.

 

Ben: Skateboarding ist ein riesiger Teil meines Lebens. Mein erstes Paar Vans habe ich vor etwa 20 Jahren bekommen, als ich mit meinem Vater in Polen war. Skatevideos haben mir auch die Welt der Musik nähergebracht. Durch die Tony-Hawk-Games habe ich Rock entdeckt, durch Need for Speed Drum and Bass, und Skatevideos hatten schon immer großartige Soundtracks. Diese Verbindung zwischen Skateboarding, Musik und anderen Action-Sportarten war immer da.

 

Dom: Bei mir ist es tatsächlich genau umgekehrt. Ich bin überhaupt kein Skater und werde auch nicht so tun, als wäre ich einer. Aber ich liebe die Kultur. Travis Barker war einer meiner ersten musikalischen Einflüsse. Ich habe gesehen, wie er Vans trug und in den unterschiedlichsten Genres spielte, und das ist mir im Gedächtnis geblieben. Ich wollte nicht einfach nur Schlagzeuger sein. Ich wollte Teil verschiedener Musikrichtungen sein, und ich glaube, genau das habe ich von ihm mitgenommen.

"Du veränderst dich als Mensch, 
und natürlich verändert 
sich auch deine Musik."


Benas
@benasaleks

Wo findet ihr Inspiration? 

 

Cecilia: Ich lasse mich besonders von der Riot-Grrrl- und DIY-Kultur der späten 90er-Jahre inspirieren. Künstlerinnen mit einer starken Stimme sind eine große Inspiration für mich – Kathleen Hanna, Kim Gordon und viele Autorinnen und Dichterinnen. Mich faszinieren Menschen, die eine klare Haltung haben und keine Angst davor, ihren eigenen Weg zu gehen.

 

Dom: Beim Schreiben habe ich am liebsten einen leeren Kopf. Ich möchte nicht direkt vor dem Spielen Musik hören, weil ich sonst wahrscheinlich unbewusst etwas kopiere. Ich spiele lieber einfach das Erste, was mir in den Sinn kommt, und versuche anschließend herauszufinden, woher die Idee eigentlich kam. Bei Ben ist es genau andersherum. Er ist ständig auf der Suche nach neuer Musik, deshalb schicken wir uns dauernd gegenseitig Tracks.

 

Ben: Hip-Hop ist wahrscheinlich gerade meine größte Inspirationsquelle. Außerdem liebe ich den Trip-Hop-Sound aus Bristol – Massive Attack, Portishead – und Gorillaz. Unser letztes Album haben wir teilweise in Marokko aufgenommen, und dabei habe ich mich intensiv mit marokkanischer Percussion und traditioneller Musik beschäftigt. Ich wollte diese Einflüsse mit litauischer Alternative-Musik und dem Sound aus Bristol verbinden. Auch Reisen inspirieren mich enorm. Ich war anderthalb Monate in Marokko und arbeite seitdem am nächsten Teil des Albums.
 

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Wie war es also, all diese Einflüsse in die Vans-Kampagne einzubringen?

 

Ben: Surreal. Ich wollte schon seit Jahren mit Vans zusammenarbeiten. Ich trage seit etwa 20 Jahren Vans, und als die Nachricht kam, war das einer dieser Momente, in denen man sich fragt: Passiert das gerade wirklich? Zwei oder drei Wochen später standen wir schon beim Shooting. Ich war nervös, weil es meine erste internationale Kampagne war und ich nicht das Gefühl haben wollte, unter meinen Möglichkeiten zu bleiben. Aber das Team war großartig, und die Nervosität legte sich ziemlich schnell.

 

Cecilia: Es fühlte sich nach einer ganz natürlichen Verbindung an, weil Vans so eng mit Skateboarding und Musik verbunden ist. Die Herausforderung für mich war, vor der Kamera zu stehen. Ich bin es viel mehr gewohnt, dahinter zu sein. Am ersten Tag ging es darum, warm zu werden und alle kennenzulernen. Am zweiten Tag hatten wir bereits eine richtig gute Verbindung zum Team, was alles viel einfacher machte.

 

Dom: Da musste man nicht lange überlegen. Man sagt einfach Ja. Wir haben als Band gespielt, obwohl Cecilia eigentlich nicht dazugehört. Ben hat ihr deshalb kurzerhand gesagt, dass sie für das Shooting unser Bandmitglied ist. So wurden wir für zwei Tage zu einer kleinen Band. Mir hat gefallen, dass wir das Ganze nicht zu ernst nehmen mussten. Wir durften albern und authentisch sein. Außerdem war ein litauischer Regisseur dabei, was das Ganze besonders gemacht hat.

 

Und ich musste Schuhe in Größe 42,5 tragen, obwohl ich normalerweise 44,5 trage. Das war definitiv nicht ideal.

Beschreibt das Shooting in drei Worten.

 

Ben: Surreal. Laut. Nass. Ich muss allerdings sagen, dass die Schuhe wirklich funktionieren: Ich stand etwa drei Stunden im Wasser und meine Socken blieben komplett trocken.

 

Cecilia: Natürlich. Herausfordernd. Spaßig. Ich war nervös wegen des Auftritts und hatte das Gefühl, irgendwie in diese fiktive Band passen zu müssen. Aber sobald wir losgelegt hatten, fühlte es sich ganz natürlich an.

 

Dom: Heiß. Intensiv. Spaßig. Wir trugen mitten im Sommer Winterkleidung bei einem Shooting im Studio, aber am Ende hat alles funktioniert. Die Kleidung fühlte sich gut an und das ganze Team war super herzlich. Es fühlte sich nicht so an, als wären wir einfach nur da, um einen Werbespot zu drehen. Wir hatten wirklich eine gute Zeit dabei.

 

 

Zum Schluss: Was bedeutet es für euch, Musik zu machen?

 

Cecilia: Freiheit. Freundschaft. Eine Möglichkeit, mich selbst auszudrücken.

 

Dom: Es geht immer noch darum, etwas zu erschaffen, das vorher nicht existiert hat. Das ist das Beste daran.

 

Ben: Es ist alles. Ich mache das seit 15 Jahren und weiß immer noch nicht, was ich lieber tun würde.