Vanessa Konte

2025-03-21

Vanessa Konte

Vanessa Konte ist eine der wahren Ikonen der europäischen Skateszene. Nach ihren bescheidenen Anfängen am Stadtrand von München, weit entfernt von der Skateszene, näherte sich Vanessa dem Sport aus purer Leidenschaft, mit rohem Talent und dem unerschütterlichen Willen, sich zu verbessern. Heute lebt sie in Barcelona und hat ihre Fähigkeiten als Skaterin auf ein neues Level gebracht. Sie hat ein gutes Auge für Spots und passt ihre Fahrweise und Tricks der jeweiligen Situation an. Diejenigen, die sie kennen, beschreiben sie als eine echte Bereicherung für jede Session: eine echte Teamplayerin und immer bereit, andere zu motivieren. Wenn sie gerade mal nicht auf dem Board steht, sitzt sie gerne stundenlang mit einem Kaffee vor ihrem Skizzenbuch... Und nun, ohne weiter um den heißen Brei herumzureden – Vanessa!

Erzähl uns etwas mehr über dein Leben.

Mein Name ist Vanessa Konte, ich bin 24 Jahre alt und in einem Vorort von München namens Unterhaching aufgewachsen, der abgesehen von seiner Fußballmannschaft nicht wirklich bekannt ist. Jetzt wohne ich in Barcelona. Wenn ich nicht gerade skate, studiere ich Mediendesign.


Erzähl uns etwas über deine Laufbahn auf dem Skateboard.

Ich habe erst gestern darüber nachgedacht. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich zum Skaten gekommen bin. Als ich angefangen habe, gab es nicht wirklich eine Skateszene ... Ich glaube, Skaten war irgendwie schon immer da und schon immer cool. Ich erinnere mich, dass ich mit 13 so ein Penny Board hatte und damit auf einem alten Flugplatz in der Nähe von meinem Haus herumgefahren bin. Ich glaube, ich bin dann relativ schnell auf ein echtes Board umgestiegen und in die Skateparks gegangen. Bis ich 17 oder 18 war, hatte ich keine Ahnung von der Szene, ich habe mir nur Videos angesehen und mir dort Inspiration geholt. Ich hatte das Gefühl, dass ich von der Szene etwas isoliert war. Die Vorstellung, mit anderen Leuten zu skaten, hat mich nicht wirklich begeistert. Normalerweise ging ich früh morgens allein zum Skatepark, bevor die ersten Leute auftauchten.  Meine Freunde in München erzählten mir immer von Profi-Skatern, aber ich kannte die alle nicht, bis ich mir die Baker-Videos angesehen habe ...


Als ich 18 war, wurde das Stadtzentrum zugänglicher und ich ging öfter dorthin. Ich gewann eine nicht gesponserte Wettbewerbskategorie und bekam dadurch einen lokalen Sponsor. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mehr gefilmt und bin mehr in die Szene eingetaucht – und damit fing eigentlich alles an. Ich bin schon immer ein Fan von Vans gewesen. Ein Freund von mir wusste das und kannte jemanden, der bei Vans arbeitete. Er schickte dieser Person eine E-Mail – das war mir so peinlich, aber sie haben geantwortet und mir ein paar Schuhe geschickt – ich war total aus dem Häuschen ... Letztes Jahr wurde ich offiziell in das deutsche Team von Vans aufgenommen!


Wie kam es zu dem Umzug nach Barcelona?

Nachdem ich mit der Schule fertig war, bin ich dort einmal mit ein paar Freunden zum Skaten hingefahren. Es war ein prägender Moment für mich. Ich habe mich in die Stadt und die Umgebung verliebt und wollte sofort dorthin ziehen. Das war allerdings kurz vor dem Beginn der Corona-Pandemie, also musste ich diese Idee erst einmal auf Eis legen. Ungefähr ein Jahr später habe ich eine Wohnung für drei Monate gefunden und im September vor zwei Jahren dann wirklich Fuß gefasst. Ich glaube, ich hatte nie wirklich geplant, hierher zu ziehen, es hat mir einfach sehr gut gefallen und ich bin geblieben.

Wie gefällt dir das Leben in der Stadt?

Es ist der Wahnsinn, der Winter ist im Vergleich zum Rest Europas so viel besser – besonders im Vergleich zu München. Letzten Winter habe ich ein Projekt mit Solo gemacht – ich habe von Ende Dezember bis März für das Projekt gedreht, was in Nordeuropa, wo es kalt, nass und grau ist, nicht möglich gewesen wäre. Ich mag auch den offenen Umgang in der Community hier sehr und ich habe ein paar wirklich nette Leute kennengelernt. Der ganze Lifestyle hier ist einfach großartig.


Wie sieht ein durchschnittlicher Tag von dir in Barcelona aus?

Ich versuche mich gerade auf mein Studium zu konzentrieren, damit ich es endlich abschließen kann. Ich versuche, früh aufzustehen, einen Kaffee zu trinken und mich dann an die Arbeit zu machen. Später schaue ich, ob jemand an einem Spot skatet, und wenn nicht, fahre ich alleine los. Es ist wichtig, produktiv zu bleiben.
 

Es gibt so viele Orte in Barcelona, an denen ich gerne skate. Ich bin früher viel in Sants geskatet, bis es dann abgerissen wurde, aber es gibt eine Menge guter DIY-Spots, an die ich gerne gehe.


Wie sieht es mit der weiblichen Skateboard-Community in Barcelona aus?

Sie ist supercool und viel größer als München, wo man immer dieselben Gesichter sieht. Wenn du in Barcelona an einem DIY-Spot fährst, tauchen dort plötzlich fünf Mädchen auf, die richtig gut skaten und die du noch nie zuvor gesehen hast. Sie kommen alle aus der Gegend und haben einen richtig guten Vibe – die Szene ist riesig und die Leute sind supernett. Das Niveau der weiblichen Skater ist wirklich hoch und es fühlt sich toll an, Teil dieser Community zu sein.


An was arbeitest du zurzeit?

Ich war super aufgeregt, als ich an meinem Solo-Part gearbeitet habe, aber während der Dreharbeiten habe ich mir den Knöchel verstaucht. Obwohl das Video herauskam - was natürlich großartig war - habe ich das Gefühl, dass ich es nie wirklich abgeschlossen habe. Nach den ganzen Events und Reisen habe ich mir im Sommer eine weitere Verletzung zugezogen. Ich will jetzt also den Winter hier nutzen, um wieder mehr zu filmen. Ich habe noch viele Dinge aus dem letzten Jahr, die ich umsetzen wollte, aber nicht konnte. Wir werden sehen, wie das Jahr verläuft – jedenfalls habe ich im Moment noch keine konkreten Pläne. Ich bin immer offen für neue Ideen.

Vanessa Konte

Was und wer inspiriert dich beim Skateboarden?

Diese Frage finde ich immer ziemlich schwierig. Es ist nicht so, dass ich mich nicht für die Skateszene interessiere, aber ich denke, da ich so losgelöst von ihr aufgewachsen bin, hatte ich nie diese „Fan“-Mentalität gegenüber bestimmten Skateboardern oder so. Ich lasse mich aber von Videos inspirieren, die Persönlichkeit ausstrahlen und einen bestimmten Vibe vermitteln. Ich bin ein großer Fan von kreativem Skaten und kreativen Spots. Spaß steht für mich immer an erster Stelle.


Und abseits vom Skateboarden? Was gibt dir den Kick?

Ich interessiere mich für viele verschiedene Dinge. Ich mag alles, was mit Kreativität, Filmen und Videobearbeitung zu tun hat. Da ich Mediendesign studiere, finde ich alles spannend, was mit audiovisuellen Medien zu tun hat. Ich spiele außerdem Gitarre und würde gerne lernen, besser zu improvisieren und Jam-Sessions mit anderen zu spielen. 


Wie fühlt es sich an, zum Vans-Team zu gehören?

Es ist wirklich toll. Ich kannte ein paar der Leute schon vorher, also war es nicht alles komplett neu. Letztes Jahr haben sie eine Deutschlandtour gemacht und mich eingeladen, mit ihnen zu fahren. Das war meine erste richtige Reise. Ich war am Anfang etwas nervös, aber insgesamt war die Atmosphäre super entspannt, ich habe mich wirklich wohl gefühlt. Wir sind vor Kurzem alle nach Athen gefahren, um beim Finale des Vans Shop Riot dabei zu sein. Es war der Wahnsinn und so toll, mit dem ganzen Team abzuhängen.


Was sind deine Lieblingsschuhe von Vans zum Skaten?

Schwierige Frage – ich mag die klassischen Modelle sehr. Sk8–Hi, Old Skool, Half Cab. Damit kann man nichts falsch machen.


Irgendwelche letzten Worte? Eine Botschaft ans Internet? Eine Nachricht an dein jüngeres Ich?


Ich hätte nie gedacht, dass ich mal für Vans skaten würde, also würde ich sagen, dass es wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben. Sei du selbst. Bleib wie du bist!

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